Klimawandel konkret – Milliardenspritze oder Lebensweise ändern?

30. Dezember 2009 at 14:20 1 Kommentar

Die Ergebnisse des Klimagipfels in Kopenhagen fallen bescheiden aus. Die CO2 Reduktionsziele sind nicht ausreichend und womöglich unbezahlbar. Die Finanz- und Wirtschaftskrise geht weiter (Dubai, drohender Staatsbankrott von Griechenland, Rekordverschuldung des Bundes, neue Milliarden-Verluste der Bayern LB), woher also die anvisierten Milliardenbeträge nehmen?
Der „Klimawandel“, ist nur die eine Seite der Medaille, das vorhersehbare Fördermaximum von Erdöl (Peak Oil) und weiterer Ressourcen ist die andere, selten erwähnte und wenig wahrgenommene Seite derselben Medaille. Das Ende unseres verschwenderischen fossilen Wirtschaftens rückt näher. Technologische Innovationen können den dann anstehenden Absturz weicher machen, aber nicht verhindern.
Als Antwort darauf entstand 2006 in der südenglischen Stadt Totnes eine Wende-Bewegung: Die „Transition Town Movement“ nach Rob Hopkins ist eine Graswurzel-Initiative, die sich derzeit rasch verbreitet. Unterstützt wird sie u.a. von der Friedensaktivistin Joanna Macy und dem Permakultur-Mitinitiator David Holmgren. Die inzwischen etwa 250 offiziellen Initiativen und viele weitere, die in den Startlöchern stehen, wollen nicht mehr länger auf Politik und Verwaltung warten. Sie beginnen schon jetzt, die Autonomie und Widerstandsfähigkeit ihres Wohnorts im Hinblick auf die Folgen des Ölfördermaximums zu stärken und ihren Kohlenstoff-Fußabdruck zu verkleinern. Unter der Überschrift RELOKALISIERUNG wird auf folgende Schwerpunkte gesetzt: lokales Wirtschaften mit kurzen Transportwegen, lokale Ernährung, lokale Energieversorgung, lokales Geld und gartenbaulich-landwirtschaftliche Selbstversorgung. Neue, der Selbstversorgung dienliche Technologien, gepaart mit der Reaktivierung alter Kulturtechniken aus Großmutters Zeiten, stärken die kommunalen Strukturen, entwickeln neue Kooperationsformen der Bürger und machen so die Kommune widerstandsfähiger gegen globale Krisen. Zugleich und wie nebenbei wäre die regionale Selbstversorgung rund um den Planeten geradezu das Zaubermittel gegen die menschengemachte globale Erwärmung, denn eine solche Produktions- und Lebensweise reduziert den Ausstoß klimaschädlicher Gase radikal.
Auch in Deutschland (Berlin-Kreuzberg/Friedrichshain; Bielefeld, Emskirchen, Dresden u.a.) sind Energie-Wende-Initiativen entstanden. Aus einigen Vorträgen im Frühjahr 2009 entstand in Witzenhausen eine Stadt im Wandel-Initiative, die sich regelmäßig getroffen und an konkreten Vorhaben gearbeitet hat. Zwar steckt sie noch in den Kinderschuhen, aber sie ist auf Wachstum der beschriebenen Art angelegt und lädt zum Mitgestalten ein – als Reaktion des hiesigen mündigen Bürgers auf Klimawandel und Ressourcenende und damit als Investition in die Zukunft. Wer sich über konkrete Projekte austauschen und diese voran bringen möchte, ist herzlich eingeladen zur Auftaktveranstaltung am Mittwoch, den 20.01.2010, 19 Uhr Kulturkeller Rathaus Witzenhausen.


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Wir laden zum Gesprächskreis ein Auf dem Weg zur Transition Town

1 Kommentar Add your own

  • 1. Bernd Walther  |  31. Dezember 2009 um 08:22

    Ich denke man sollte alle Entwicklungen die den Klimawandel und peak oil betreffen, immer in einem Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Modus der Geldschöpfung (Monetarismus) sehen. Die privaten Geldschöpfer in London und Wall Street wollen nämlich die durchaus berechtigten Ängste vor einem anthropogen erzeugten Klimawandel für den Erhalt ihres Systems privater Geldschöpfung missbrauchen.

    Mit peak oil wird Fiatgeld schnell wertlos werden, weil sein Wert letztlich alleinig auf dem Versprechen zukünftiger Arbeit beruht. In einer Welt in der 99 Prozent der Arbeit durch Maschinenkraft aus fossilen Energieträgern realisiert wird, bedeutet das Ende billiger Energie auch das Ende eines aus dem Nichts geschöpften Fiatgeldes.

    Der Klimagipfel in London war deshalb in erster Linie eine versuchte Rettungsaktion für das monetaristische Geldsystem der privaten Geldschöpfer. Die Auswirkungen von peak oil werden sehr bald (innerhalb von 1 bis 2 Jahren) akut werden und unser bisheriges Leben vollständig verändern.

    Antwort

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